Praktische Tipps für Vorträge

Vortragstipps von André Mössner  Dipl. Math. ETH , Kantonsschule Zug (Gymnasium), Schweiz
  

5a) Probleme

Was tun, wenn das Publikum unruhig wird oder nicht mehr zuhört?

  • Kontrolliere, ob du die Zeit überzogen hast.
  • Fehlt deinem Vortrag der rote Faden?
    Vielleicht ist der Aufbau deines Vortrags chaotisch, weshalb das Publikum dir schwer folgen kann.
    Beachte, dass viele Menschen einen Vortrag ohne klare (und ersichtliche) Struktur als Zumutung empfinden.
  • Sind deine Folien gut lesbar? Ist die ganze Folie auf der Leinwand sichtbar?
    Ist der Inhalt gut und übersichtlich dargestellt? (vgl. Tipps für Hilfsmittel und Folien)
  • Ist der Inhalt deines Vortrags langweilig?
    --> Suche nach einem interessanteren Inhalt oder erzähle die langweilige Materie wenigstens spannend.
  • Ist die Art, wie du die Materie erzählst, langweilig?
    Bemühe dich, die Zuhörenden zu begeistern! Dein Ziel ist es, dass sie nach deinem Vortrag den Saal begeistert verlassen (begeistert, weil es so toll war; nicht, weil sie froh sind, es überstanden zu haben).
  • Unterforderst du mit deinen Erklärungen die Zuhörerschaft?
    Unterforderung erzeugt Langeweile.
    Informiere dich bei der Vorbereitung über das Niveau und die Vorkenntnisse des Publikums.
  • Überforderst du mit deinen Erklärungen die Zuhörerschaft?
    Wer überfordert ist und "nichts" versteht, hängt schnell ab.
  • Kann dich das Publikum (akustisch) verstehen?
    Vielleicht sprichst du zum Boden, vielleicht verschluckst du die halben Wörter, vielleicht nuschelst du oder sprichst zu leise, … (vgl. auch Sprechtipps)
  • Denkst du an den Blickkontakt?
  • Achte auf deine nonverbalen Signale!
    Rennst du vor dem Start nervös auf der Bühne umher, kannst du nicht erwarten, dass das Publikum still wird.
    Wer eine ruhige Zuhörerschaft wünscht, muss diese Ruhe durch die eigene Köperhaltung vordemonstrieren.
  • Hast du an alles gedacht, was du vermeiden solltest?
  • Zeitmangel bei der Vorbereitung zwingt manchmal dazu, am Vortrag zu improvisieren.
    (Dieser Hinweis richtet sich nur an Berufsleute; keineswegs an Schüler. Schülervorträge müssen immer gut vorbereitet sein!)
    Bei einem sehr kleinen Publikum im engen vertrauten Kreis mag Improvisation vielleicht zur Not gehen. Bedenken Sie aber:
    Je grösser das Publikum, desto besser müssen Sie vorbereitet sein! Grund: Siehe nächster Punkt:
  • Stehlen Sie den Leuten ihre Zeit?
    (Dieser Hinweis richtet sich mehr an professionell Vortragende und weniger an Schülervorträge)
    Sie sprechen vor 20 oder vor 50 oder vor 200 Personen, und dies vielleicht 30 oder 60 Minuten lang. Überlegen Sie sich bei der Vorbereitung, ob das, was Sie erzählen, wirklich so viel Zeit (z.B. 20x30 Minuten oder 200x60 Minuten [Arbeitszeit!]) wert ist.

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Letzte Änderung: 16.11.2011